Oekoprofit Region Aachen Uncategorized Wohin damit? Abfallprobleme bei großen Sportveranstaltungen

Wohin damit? Abfallprobleme bei großen Sportveranstaltungen

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Derzeit ist die Europameisterschaft ein Top-Thema. Fans studieren den EM Spielplan und warten gespannt auf die ersten K.O.-Begegnungen. Aber auch wenn viele von uns sich darüber freuen, dass endlich wieder ein großes Sportevent stattfindet, so gibt es doch ein Problem, das bei Veranstaltungen dieser Art immer wieder auftaucht: wohin mit dem ganzen Müll, der dabei anfällt? Was für Abfall entsteht eigentlich? Wo landet er am Ende des Spiels? Und wie könnte man dagegen ansteuern?

Erstes Problem: Die Menge des Mülls

Das erste große Problem, das existiert, ist die riesige Menge an Abfall, die bei einem Fußballspiel herauskommt. Wenn man überlegt, dass bei einem gut gefüllten Stadion mehrere zehntausende Besucher Platz finden – und sich vermutlich mehr als 50% ein Getränk in einem Einwegbecher kaufen, kann man sich schon ausmalen, wie viele Becher dabei verbraucht werden. Dazu kommen noch Verpackungen, Servietten und mehr. Anstelle von Einwegverpackungen und -bechern müssten hier Mehrweg-Lösungen her, womöglich mit Pfand, sodass es am Ende des Spiels zu weniger Abfall kommt. Denn die Reduzierung bzw. Vermeidung von Müll muss eines der ersten Ziele sein, um dem Problem beizukommen. Auf der anderen Seite steht das unangemessene Verhalten einiger Stadionbesucher, das zu den enormen Müllbergen beiträgt. 

Zweites Problem: Die Entsorgung des Mülls

Viele Besucher entsorgen ihre Becher oder Verpackungen nicht korrekt. Anstatt den nächsten Abfalleimer aufzusuchen, ist es leichter, den Becher einfach wegzuwerfen. Mit einer Mehrweg-Option würde man hier eine deutliche Verbesserung erreichen. Denn schließlich müssen die vielen auf den Boden weggeworfenen Becher, Snacks und andere Dinge auch wieder weggeräumt werden: eine zusätzliche Belastung und ein enormer Zeitaufwand. Doch kann man Fußballfans einfach mit extra aufgestellten Mülleimern dazu bringen, sich vorbildlicher zu verhalten? Wenn man bedenkt, dass auch in Städten oder Parks viel Abfall auf dem Boden liegt – teilweise direkt neben Abfallbehältern – so scheint das nicht unbedingt erfolgsversprechend zu sein. Aber was könnte helfen, die Besucher zum Umdenken zu bewegen? Und welche Probleme bestehen noch?

Weitere Problemfelder und mögliche Lösungsansätze

Viele Fans reisen mit dem Auto an. Dabei entsteht in erster Linie zwar kein direkter Müll, doch eine große Umweltbelastung ist dies trotzdem. Es wäre zu begrüßen, wenn zu Fußballspielen die Zug- oder Shuttle-Verbindungen optimiert werden, sodass mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Stadien fahren. Um ein Umdenken anzuregen, sollten auch die Mannschaften dazu beitragen. Mit Kampagnen in Stadien, einem Pfandsystem oder stadion-internen Prämien (z.B. für den Kauf eines Mehrwegbechers, für die x-te Nutzung des Bechers, etc.) könnten Besucher tatsächlich motiviert werden, ihren Müll zu reduzieren oder ihn nicht einfach liegen zu lassen. Denn die meisten würden sicher nicht gerne in einem Stadion sitzen, das seine Besucher so empfängt wie es von vielen hinterlassen wird. Darüber sollte der eine oder andere mal nachdenken.